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Am frühen Nachmittag lässt die Energie nach. Der Kopf wird langsamer, der Fokus rutscht weg.

Das Mittagstief ist verbreitet und hat ein paar bekannte Ursachen. An den meisten davon lässt sich leicht etwas ändern.

MythosDu merkst es am Durst, wenn dein Körper Wasser braucht.

Durst ist ein spätes Signal. In Untersuchungen reichte ein Wasserverlust von gut einem Prozent, damit Stimmung und Antrieb messbar nachließen. Deshalb fühlt sich leichter Wassermangel oft einfach nach Müdigkeit an.

Der Zuckerzyklus

Nach etwas Zuckerhaltigem steigt der Blutzucker schnell. Der Körper schüttet Insulin aus, um ihn wieder zu senken. Was schnell steigt, fällt auch schnell wieder.

Danach kommt die Müdigkeit, und oft der Griff nach mehr Zucker. Deshalb hält das Hoch nie an.

800

Erwachsene bekamen in einer Untersuchung dieselben Mahlzeiten. Der Blutzucker reagierte bei jedem anders.

MythosEine echte Sitzpause heißt: ein richtiger Spaziergang.

Kurz zählt. In einer Untersuchung verteilte eine Gruppe 30 Minuten Gehen auf sechsmal fünf Minuten über den Tag. Eine andere ging sie morgens am Stück. Gleiche Zeit. Nur bei der verteilten Variante war am Ende des Tages auch die Müdigkeit geringer. Marschieren am Wasserkocher zählt.

Was hilft

Vier Dinge ohne Aufwand. Nicht alle wirken bei allen.

  • Zuerst ein Glas Wasser

    Beim nächsten Tief zuerst trinken, bevor du zum Kaffee greifst. Kostet nichts, und du merkst schnell, ob es das war.

  • Zwei Minuten Bewegung

    Aufstehen und am Platz marschieren: ein Knie heben, dann das andere. Das Blut kommt in Gang, der Kopf wird klarer. Während der Wasserkocher läuft, reicht schon.

  • Den Zucker im Mittagessen sehen

    Wie tief das Tief wird, hängt oft daran, wie hoch der Hochpunkt vorher war. Gut versteckter Zucker schmeckt nicht süß und ist trotzdem da.

  • Etwas essen, das länger hält

    Ein Apfel mit Erdnussbutter, eine Handvoll Nüsse, ein Stück Käse. Die Energie daraus kommt langsamer und bleibt länger als aus einem Schokoriegel.

Erkenntnis

Das Mittagstief ist nicht zufällig. Es ist oft die zweite Hälfte eines Hochs.

An manchen Tagen kommt es trotzdem. Dann ist es einfach ein müder Nachmittag.

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Quellen

  1. Zeevi D et al. (2015), Cell. Eine Woche kontinuierliche Blutzuckermessung bei 800 Erwachsenen, 46.898 Mahlzeiten. Auf identische Mahlzeiten reagierten die Teilnehmer sehr unterschiedlich; die Autoren schließen daraus, dass allgemeine Ernährungsempfehlungen nur begrenzt nützlich sind.
  2. Ganio MS et al. (2011), British Journal of Nutrition. 26 junge Männer, leichter Wasserverlust: Stimmung und Teile der geistigen Leistung ließen nach.
  3. Armstrong LE et al. (2012), The Journal of Nutrition. Dieselbe Versuchsanlage mit jungen Frauen bei rund 1,4 % Wasserverlust: Stimmung und Antrieb ließen deutlich nach, die geistige Leistung nicht.
  4. Bergouignan A et al. (2016), International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity. 30 Erwachsene, sechs Stunden Sitzen, drei Varianten: durchsitzen, morgens 30 Minuten am Stück gehen, oder dieselben 30 Minuten auf sechsmal fünf Minuten pro Stunde verteilen. Beide Gehvarianten machten wacher als das Durchsitzen; nur die verteilte verbesserte zusätzlich Stimmung und Müdigkeit am Ende des Tages.